Artikel-Schlagworte: „hofgarten“

Ruh im Garten – Hofgartenweinfest, den 7tten Tag und Tag danach

Dienstag, 6. Juli 2010

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Ach, gar ruhig ist es geworden im Hofgarten zu Würzburg. Vorbei ists mit dem tollen Volke, vorbei ists mit Musik und Wein. So sehr ich nun die Ruh genieße, welche den gar herrlichen Garten nun umfängt, so vermiss ich doch das muntere Treiben auf dem Weinfest in der Abendstund.

Gelärmt wird nur noch im Gesandtenbau, in welchem sich tagein tagaus wackere Handwerker mühen, die Gaststätte in neuem Glanze zu errichten. Nun streife ich dort herum und werde euch fleißig berichten,
Solches verbürgt für gewiss
stets allerbestens informieret und dem beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin seine Grüsz biss zum nächsten Mahle entbietend
Barthel Michaelis, Rokokoblogger

Hässliche Entlein – Hofgartenweinfest, den 6tten Tag

Samstag, 3. Juli 2010

Nun nahm ich den gestrigen Abend zu Nutze um das Faszinosum des Mangels an der Damenkörper verhüllenden Tuchs weiter zu ergründen. Meinte ich erst, dass die Weber und Spinner die Stadt verlassen haben mögen, so war mein zweiter Gedanke, dass die Männer ihren Frauen kaum einen Gulden für Stoffe überließen.
Doch ich täuschete mich. Nicht nur, dass die heutigen Damen selbst für ihren Lebensunterhalte arbeiten müssen, es isset gar so, dass je weniger Meter des Stoffs verwendet werden, ein desto größeres Maß an Geld müsse die Frau dafür zahlen. Meiner Seel, wie hat sich die Welt seit Meister Balthasars Zeiten geändert.

EntleinNicht also die armen Damen standen dicht gedränget am Brunnen im Hofgarten mit ihrem Cavaliere und ließen mich an einem Abend mehr jungfräuliche Haut sehen als weiland zu meinen gesamten Lebzeiten. Nein, es waren gutgestellte Bürgerinnen von Würzburg, wohlmöglich von edler Geburt. Des Tags allenthalben züchtig gekleidet ihrem Werk und Thun nachgehend, verwandeln sie sich des Abends in freizügige und schöne Schwäne, ließen sich von dem Staube und der Hitz nicht stören und genossen bis spät in die Nacht gar manches Glas der fränkischen Träublein.

Noch weiß ich nicht ob ich dieser jüngsten Sitten verschreckt oder angezogen sein solle, aber seit gewiss — mehr gewisse denn je –, dass ich diesem Phänomene auf der Spur bleiben werde. Dafür verbürgt für gewiss
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Barthel Michaelis, Rokokoblogger

Leckere Ämbter – Hofgartenweinfest, den 5tten Tag

Freitag, 2. Juli 2010

Bocksbeutel
Zum guten Trunke findet man auf dem Hofgarten-Weinfest auch vielerlei Gaumenkitzel. Die Residenz-Gaststätten ersannen ein Bewunderns-würdiges System, um all die verschiedene Speis mit Fleiß an die genießenden Massen zu bringen. So hat unsere neue Hofküche eigens schöne Reisezelte aufschlagen, alle in einer langen Reihe, und darinnen walten die Cavalier- und Ritterköche, Zehrgeber, Bratenmeister, Hausköch, Silberdiener und Zinnwarte – beziehungs Weise ihre heutigen Nachfahren.
Sie alle vertragen sich sehr gut mit den Zuckerbäckern, welche zu meiner Zeit neben der Hofküchen ein eigenes Amt gebildet. Das war nicht immer leicht für meine Persona, hier die Oberaufsicht über beedes, Hofküch wie Zuckerbackerey zu wahren.
Umso fröhlicher sehen wir die Backmeister der heutigen Zeit ihre süßen Kuchen fertigen. Am meisten ergötzt es mich, dass der Französische Pfann-Kuchen sich auch unter den Menschen des dritten Jahrtausends einer zungenschnalzenden Beliebtheit erfreut. Solches verbürgt für gewiss
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Barthel Michaelis, Rokokoblogger

Barthel Michaelis, Rokokoblogger

Weinfest im Hofgarten zu Würzburg, den 3ten Tag

Mittwoch, 30. Juni 2010

Wenn ich so zwischen Residenzmuseum und dem künftigen Gaststättentrakt herum geistere, weht Es mich bisweylen ein Stück weit über den Parkplatz hin. Dort lernte ich mühsam zu unterscheiden zwischen den Motorengeräuschen der selbst fahrenden Kutschen, die der Würzburger anno 2010 so hat, und dem, was er Musik zu nennen beliebt, der Würzburger. Wumm, wumm, wumm – in principio klingt beides einerlei. Welch Labsal also für mein Ohr, dass es die Trompeter de Hoffurieramtes noch giebt! Sie spielen jeden Tag auf in der Mitten der Weinfest-Allee. Auch vermag ihr Schnätteretäng die Weißhäuptigen immer noch zu einem Tänzchen zu motivieren. Dies rührt vor Freuden Euren
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Barthel Michaelis, Rokokoblogger

Da lieget er…

Mittwoch, 30. Juni 2010

Bocksbeutel
…der leere Bocksbeutel. Und gleichfalls liegen in ihrem Bette düften auch noch die fröhlichen Zecher des gestrigens Weinfests, die gar lustig den Hofgarten zu einem Orte des Frohsinns und der Heiterkeit machten.

Dahero ich meiner selbst nicht lumpen liess bin allerbestens informieret und getreu zur Stelle beim beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin. Es entbietet seine Grüsz biss zum nächsten Mahle Eur
Barthel Michaelis, Rokokoblogger

Von der Eröffnungs-Ceremonie des Hofgarten-Weinfestes der ander Theil

Dienstag, 29. Juni 2010

hof 015Nun der Bocksbeutel geleert, sah ich mich weiter nach meiner politischen Frage um.

Nicht als neuer Firstbischof infrage kommt gewiss ein sehr netter Herr Weiler, der uns als Chef der Schloss- und Gartenverwaltung vorgestellt ward. Gut klang der Titel eines Präsidenten Steinmann, indeß, es handelte sich nurmehr um den Vorsteher des fränkischen Weinbaus. Als weiterer Präsident beehrte der Herr aller bayerischen Schlösser und Seen die Feier – ein Seenpräsident! Da spotte noch einer über die Titel- und Ämtersucht meiner barocken Zeit.

Nun, bei der Eröffnungs-Ceremonie erfuhr ich es als fast fest verbürgt: Ein Fürstbischof existieret nicht mehr. Die Macht des Herzogtums Franken scheint an eine kleine Stadt an der Isar übergangen zu sein. Dies empörte mich. Fest verschränkte ich meine Arme auf meinem Geisterrücken und stapfte zu einem Tische, an dem die Geistlichkeit ihren Platz gefunden. So war es für mich ein Trost, dass die Kirche ihren früheren Weihbischof entsandt, und der Herr über die kirchlichen Kunstkammern hob sein Glas ebenfalls zufällig in Richtung des
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Von der Eröffnungs-Ceremonie des Hofgarten-Weinfestes der erste Theil

Dienstag, 29. Juni 2010

Nun ist der Tag gekommen, welcher die Wiesen und Blumenfelder der Residenz in heitere Sinnenfreude eintaucht: Wir celebrieren die Eröffnung des Hofgartenweinfestes mit vielerlei Prominenz.

hof 007„Toll, toll, toll“ rief Ihre Majestät, die Franken-Weinkönigin Melanie Unsleber, ein ums andere Mal. Derweil fragte ich mich: Wird sich auch unser Fürstbischoff personlich die Ehre geben? Oder haben die Franken des Jahres 2010 gar keinen geistlichen Landesvaters mehr?
Doch da erkannte Herr Bert Kriener, dass der Tisch, an dem er Posten gefasst hatte, ein Extra-Tisch für die Journalschreiber sein müesse, und daselbst einen Bocksbeutel köstlichen Weißen Burgunders geöffnet.

Der Tropfen lenkte einige Zeit von seiner politischen Aufgabe ab, den stets allerbestens informiereten und getreu zur Stelle beim beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin wesenden, seine Grüsz biss zum nächsten Mahle entbietenden
Barthel Michaelis, Rokokoblogger

Gewürfeltes aus dem Bauchladen

Freitag, 25. Juni 2010

Flammkuchen mit Oliven, Biokäseteller, Schokoladenmousse – sind das etwa Speisen, die heutigen Tags zu einer Volksbelüstigung aufgetischet werden? Offenbar sollen sich die Besucher des Hofgartenweinfestes aus den Schmankerln ein Menü combinieren, so sie sich nit bewirten lassen mit Steak, Spiessbraten und Brezn. Die neuen Wirts-Leut kennen die Vorlieben ihrer WeinfestGäste: „Wer einen guten Platz hat, will nicht unbedingt gleich wieder aufstehen“, sagte Meister Barthelmes heute morgen, als er durch die Baustelle kraxelte. Zur Abhülfe dieser Unpässlichkeit machen Verkäuferinnen die Runde, die Käse-, Rot- und Weißgelegtenwürfel portionsweis aus dem Bauchladen verkaufen. „Und weil nicht jedermann Käsewürfel mit Weintrauben mag, kann er die Portion Weintrauben extra bestellen“, ergänzte Michael Berghammer die Idea seines Collegen Barthelmes sogleich.

DSC00519Dabei haben die beiden Wackeren würcklich hinreichend zu thun. Denn weil in ihrer Restauration im Gesandtenbau der Residenz zurzeit keine Mauer an ihrem rechten Orthe zu stehen scheint, müssen die Weinfest-Köche ihre Logistik ohne feste Küchen- und Vorratsräume meistern.

Das Publikum bekommt von solcherlei Anstrengung nichts mit. Spießbraten nebst Kartoffelsalat zu 5,30 Euro, Flammkuchen zwischen 7,60 und 8,60 Euro (auch als halbe Portionen zu haben) und drei Sorten Kuchen können Sie bestelln, einen Eistee gar – das Handwerk des künstlichen Eismachens scheint in den zweieinhalb Jahrhunderten seit meiner aktiven Zeit nicht der Vergessenheit anheimb gefallen. Müller-Thurgau, Silvaner und Bacchus kosten heuer 12,40 Euro pro Flasche. Wieviel das in Gulden sein mag?

fragt sich und den beliebten Leser sowie die noch geliebtere Leserin zum andern Mahle und entbietet seine Grüsz Eur
Barthel Michaelis, Rokokoblogger

Der Öffnung Zeiten

Donnerstag, 24. Juni 2010

Gar fiebrig blicke ich dem Hofgarten-Weinfeste entgegen! Es wird etwas geschehen, und solches bemerkt man an der Baustellen Vermehrung. Bishero werkelten allein die Mauerer (falls es sich bei den Constrüctions-Fachherren überhaupt um eben solche handelt) im Gesandten-Trackt, der die Residenz-Gaststätten fasset. Nun aber traute ich meinem Blicke kaum, fiengen doch plötzlich obendrein andere Männer an und errichteten Zelte gleich wie zu einem Feld- und Heerlager. Es sind dies aber, so schnappte ich auff, die Reise-Küchen meiner heutigen Zeit. Meine neue Herrschaft von der Residenz Küch, die Entrepreneure Berghammer und Barthelmes, lassen hier in der kommenden Woche sieden und “grillen” – was immer das sey.

Vom Montag, dem Tage vor Peter und Paul, bis zum 4ten Julius wird hier ein Betrieb herrschen, an jeglichem Tag von funfzehn Uhr nach Mittags und bis eine Stunde vor Mitternacht. Gespannt bin ich bloß, wie die Zecher danach den Hofgarten verlassen. Der löbliche Schließdienst verrichtet seine Aufgabe am Schmiedegitter des großen Oegg doch bereits um achte!

Um es in der Sprach der heutgen Zeit kurz und knapp zu sagen:

Das Hofgartenweinfest öffnet vom 28. Juni bis zum 4. Juli 2010 jeden Tag von 15.00 Uhr bis 23.00 Uhr seine Pforten.

Beim nächsten Mahle allerbestens informieret und getreu zur Stelle beim beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin, entbietet seine Grüsz Eur
Barthel Michaelis, Rokokoblogger

Kulinarisches beim Hofschoppen

Mittwoch, 16. Juni 2010

Heissa, freuet euch, denn es nahet abermals das Hofgarten-Weinfest!
Wenig größeres Glück kann einem Schlossgespenst wie mir widerfahren, als rechtzeitig zu diesem Datum zurück in die Welt gerufen worden zu sein usf. Aus meiner ersten Lebenszeit, nämlich, kenn ich den Garten als Lüst-Revier alleinig unseres allerhöchsten Landes und der Kirchen Herrn etc. Adam Friedrich. Außer dem Hofstaat war es niemandem gestattet, Eintritt zu nehmen in das horticultürelle Werk des Johan Prokob Mayer. Nunmehro indeß stehen Bänk und Tisch auf den Wegen und laden jedermann.

Was dieses Jahr neu, erlauscht ich frisch: Die Residenz-Gaststätten kochet beim Hofgarten-Weinfest erstmalig auf!

Schlecht zu schmausen war in der Touristen Attraction nie. Indes, wenn diese Restauration demnächst ihre Pforte wieder öffnet, so findet der Gast allerlei Anläss zum Jubilieren. Die neue Küch der Wirtsleut Berghammer und Barthelmes gibt zum Gartenweinfest erstmalig ein Exempel davon. Da pochet das Herz des Schoppenpfetzers hoch auf.

Als wohlgenährter Residenz-Geist entbietet dem beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin seine Grüsz biss zum nächsten Mahle Eur
Barthel Michaelis, Rokokoblogger