Artikel-Schlagworte: „Einweihung“

Des Einweihungsprotokolles 3tter Theil

Freitag, 28. Januar 2011

Einen Weltumsegler hatte die Eröffnungs-Ceremonie am Donnerstag gar zu Gast! Ich hörte ihn schwärmen von der Neckerinsel, die nicht nahe Heidelberg sondern in der Karibique liegt. Dieses Necker Island habe eine Herberge, die ein Lichtspielkünstler namens Spielberg habe entwerfen lassen. Im Speisesaal dort, in der Neuen Welt, nehmen die Gäste auf so großen Stühlen Platz, dass ihre Füße nicht mehr den Boden berühren. Sie fühlen sich hiedurch aber wie die Kinder, gut aufgehoben und geborgen. Entsprechend theuer ist ein Aufenthalt auf der Insul Necker.

Ökumenische-EinweihungDies redete der Festgast, und gebracht auf den Gedanken hatte ihn die neue Auskleidung und Einrichtung unserer Residenzgaststätten. So wirkt eine jede der Sitzinseln wie ein einziger runder Sessel; dass vier bis fünf Schmausende darin Platz finden, dies bewirkt, dass die Restaurantpreise nur ein Quäntchen derer von Necker Eiland ausmachen.

In Würtzburg nun spannt sich über diesen SitzGelegenheiten der Lampen Schirm, der riesige! und nimmt aus mancher Perspektive ebenfalls die Form einer normal großen Leuchte an. All dies hüllt den Empfangssaal in eine Proportion, als sei er ein Wohnzimmer, gemütlich und nett. Darin der Gast sich denn auch sofort wohl fühlt. Probieren Sie, beliebter Leser und noch geliebtere Leserin, es aus, lädt ein
der stets allerbestens informierete und seine Grüsz biss zum nächsten Mahle entbietende
Barthel Michaelis, Rokokoblogger

Des Einweihungsprotokolles ander Theil

Donnerstag, 27. Januar 2011

Zu einer signifikanten Protokollabweichung kam es anlässlich der geplanten Schlüsselübergabe an die Hausherrn der Residenzgaststätte am 20. Januar diesen Jahres, als der Leiter des Staatlichen Hochbauamts erstens sich keineswegs an die Wirtsleute, sondern an den obersten Finanzwesir gewandt als den eigentlichen Verfügungsinhaber über das Nebenschlösschen, zum andern dem Herrn Fahrenschon das gemeldete Thürschließwerkzeug keineswegs, sondern ein stählernes Essbesteck auf karminrotem Sammet überreichte.

geschenk-zur-Wiedereröffnung-der-Residentgaststätten

Ob der Minister damit eine immerwährende Freitafel im Restaurant der Steuerbürger Barthelmes und Berghammer genieße, ob der Löffel vermöge seiner Größe allzu kräftige Fiskalforderungen aushübe oder ob das alles nur symbolisch gemeint war, darüber kam die Auswertung dieser Begebenheit durch das Festpublikum zu keinem Einvernehmen.
Beobachtet, zu Protokoll gegeben und für wahr ästimiert
Barthel Michaelis, Rokokoblogger

Des Einweihungsprotokolles 1ter Theil

Mittwoch, 26. Januar 2011

Geläufig ist es mir aus dem Geisterreiche, das Jahrhunderte lang meine einzige Heimat war, dass die Anhänger unseres Christengottes, des Zeus wie auch des Manitou in schönstem Einvernehmen mit einander die Tage der Ewigkeit theilen.

Ökumenische-EinweihungNun, bei der Eröffnungsfeier anno domini 2011 war es mir ein umsogrößeres Plaisier, zwei Männer in geistlichem Habit zu erblicken, wie sie am Rande der Foyer-Menschen-Menge im stillen Eckchen eines Flur miteinander tuschelten, wobei die Einrichtung ihrer Talare meinem Auge signalisierte, hiebei handle es sich um Vertreter der geschiedenen Confessiones.
Und dies war es, derohalber sich meine Seele ergötzte! Der Protestant, DekanStellvertreter Gerhard Neumeister, weihete unserer Residenzgaststätten mit demselben Fug ein, wie sein Amtsbruder von katholischer Seite, Dompfarrer Jürgen Vorndran.

Freilich, zu meiner Zeit waren im Gesandtenbau (worin die Restauration nunmehr liegt) die Diplomaten aus evangelischen Grafschaften nicht grundsätzlich unwillkommen. Indes, dass sie Kultus-Handlungen in einem Baue des Fürstbischofs vornehmen, dies ist ein schönes Zeichen für die Zukunft der Menschheit,
freuet sich der immer besser informirete und dem beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin seine Grüsz biss zum nächsten Mahle entbietende
Barthel Michaelis, Rokokoblogger