Nun nahm ich den gestrigen Abend zu Nutze um das Faszinosum des Mangels an der Damenkörper verhüllenden Tuchs weiter zu ergründen. Meinte ich erst, dass die Weber und Spinner die Stadt verlassen haben mögen, so war mein zweiter Gedanke, dass die Männer ihren Frauen kaum einen Gulden für Stoffe überließen.
Doch ich täuschete mich. Nicht nur, dass die heutigen Damen selbst für ihren Lebensunterhalte arbeiten müssen, es isset gar so, dass je weniger Meter des Stoffs verwendet werden, ein desto größeres Maß an Geld müsse die Frau dafür zahlen. Meiner Seel, wie hat sich die Welt seit Meister Balthasars Zeiten geändert.
Nicht also die armen Damen standen dicht gedränget am Brunnen im Hofgarten mit ihrem Cavaliere und ließen mich an einem Abend mehr jungfräuliche Haut sehen als weiland zu meinen gesamten Lebzeiten. Nein, es waren gutgestellte Bürgerinnen von Würzburg, wohlmöglich von edler Geburt. Des Tags allenthalben züchtig gekleidet ihrem Werk und Thun nachgehend, verwandeln sie sich des Abends in freizügige und schöne Schwäne, ließen sich von dem Staube und der Hitz nicht stören und genossen bis spät in die Nacht gar manches Glas der fränkischen Träublein.
Noch weiß ich nicht ob ich dieser jüngsten Sitten verschreckt oder angezogen sein solle, aber seit gewiss — mehr gewisse denn je –, dass ich diesem Phänomene auf der Spur bleiben werde. Dafür verbürgt für gewiss
stets allerbestens informieret und dem beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin seine Grüsz biss zum nächsten Mahle entbietend Eur






