
Mitten in der Baustelle knien sie zur Zeit und machen sich doch nicht staubig – die Helden von Tiepolos Kaiserhochzeit. In der Residenz-Gaststätte erprobt das Freskenpersonal die Raumwirkung. Denn ein kolossales Wandgemälde, eine Kopie der Rokokokunst, soll demnächst die Speisesäle zieren.
Noch gibt es diese Kopie aber gar nicht, sondern nur das Original, und das muss naturellement am Orte bleiben. Zum Glück für die heutigen Bauhandwerker fand sich in der Residenz dann aber doch ein recht neuer und gut erhaltener Wandschirm, der die Heirat Barbarossas vom Kaisersaal hinab abkonterfeit. Während der Restauration des Meisterwerks diente dieses ein Dutzend Quadratmeter und mehr messende Bild dazu, die Besucher, die zum Bestaunen des gantzen Schlosses gekommen waren, zu trösten. Eben dieses farbige Tuch ward unseren Bauherren ausgeliehen.
Studieren lässt sich auf dem Kunstwerk nicht nur die Perspektive des Saales, sondern auch, dass das Heiraten doch eine recht ernsthafte Angelegenheit darstellt. Und dass sein Urheber sich in venezianischer Heiterkeit über just diesen Ernst doch ein wenig arg augenzwinkernd erhaben dünkt.
Daher ich meinen Herren Barthelmes und Berghammer empfehle, ein ander Motiv zur Schmückung des Schmausehauses zu wählen. Den Appetit anregender sollte es an der Stirnwand zugehen
. Mein Liebling ziert ja das Schlosstreppenhaus – die schöne Korbträgerin
rät an der allerbestens informierete und dem beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin seine Grüsz biss zum nächsten Mahle entbietende






