Das Geheimnis des Dachstuhls

06. August im Jahre des Herrn 2010

Letzte Woche wollte ich wieder einmal so recht von Herzen klassisch spuken gehen und hatte mir dazu die Stelln ausersehen, welchselbige einem jeden Geist das Herz im Wamse höher schlagen lässt: den Dachboden der Residenz-Gaststätten. Ich sah mich schon vergnügt vor mir, wie ich mit langgezogenem Huuuhuuuu und vielen Visitezmatenten poltern würde.

Das Geheimnis des Dachstuhls Wer aber beschreibt meine Bestürzung, als ich sahe: Im gesambten Oberstübchen ist gar kein Platz mehr, um gespenstisch durch lange Gänge zu fegen! Alles stand voll mit riesenhaften Kanistern, ZinkBlech-Aufwölbungen und Spenglerarbeiten der artigsten Sorte. Hier ein Steuerschrank, dort eine Pumpmaschine, Kabel allüberall!
GesindestubenUnd zwar sowohl der Boden direkt unterm First als auch die darunter liegenden Gesindestuben – alles ist nun voll gepackt und gespickt mit einer einzigen, gigantischen und eminent komplizierten Entlüftungsanlage.
Wenn ich einmal raten darf, was im Herbst in unserer Residenz’ Gaststätten wehen wird, dann sag ich eins: ein sauberes Lüftchen, von dem man in den Gassen der Barockstadt nicht zu träumen gewagt hätte.
Dies sagt voraus der stets allerbestens informierete und dem beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin seine Grüsz biss zum nächsten Mahle entbietende
Barthel Michaelis, Rokokoblogger

 

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