02. September im Jahre des Herrn 2010
Wann bist du, liebwerte LeserIn, letztmals spazieren gewesen im Jardin der Residenz? Tu wieder einmal also, und lasse deine süßen Trippelschritte vermessen, wie DICK unser schönes Schloss recht eigentlich ist.
Zugegeben, von vorn gesehen, zumal in mildem Lichte, wirkt es unkörperlich, als habe es gar keine Tiefen. Wenn du aber drum herum schreitest, bemerkst du die weite Ausdehnung von der vorderen Facade bis zum Park hintenaus. Und wusstest du: Über diese ganze Strecke gingen meinerzeit die verschiedenen Abtheilungen der Hof-Küchen!
Als da war die fürstbischöfliche Mundküche höchstselbst direkt hinter dem Altar der Hof-Kirchen; der sich anschloss: die Backerei nebst Pastetenküche; ein eigen Laboratorium, die Cavaliere und Ritter ab zu füllen; das Zehrgewölbe und die Speisestuben; dort aber, wo der Süd-Flügel mit all diesen Stätten übergeht in den Gartensaal, dort war die Silberkammer untergebracht – eine Zeitlang war eigens ein Goldschmitt für diesen Bedarf zuständig. Nach vorn zu, bis zur Kante des Ehrenhofs, da lagen die Wirtschaftssäle sammt der Brotspeis’.
Laufen, laufen, laufen! hieß es da nicht nur für die Laufburschen. Wie weit die Wege doch waren, schaue ich heute die baldige Bürgerkuche der Residenz-Gaststätten an! Hier liegt alles so nahe zusammen, wie es sich das Gesinde nur wünschen kann. Wie überhaupt ein Hang zur Verkleinerung Eurer heutigen Zeit an haftet,
bemerkt immer wieder staunend und dem beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin seine Grüsz biss zum nächsten Mahle entbietend

Schlagworte: Backerei, Dienstwege, Goldschmitt Residenz, Mundküche, Pastetenküche, Residenz-Gaststätten, würzburg
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27. August im Jahre des Herrn 2010

Mitten in der Baustelle knien sie zur Zeit und machen sich doch nicht staubig – die Helden von Tiepolos Kaiserhochzeit. In der Residenz-Gaststätte erprobt das Freskenpersonal die Raumwirkung. Denn ein kolossales Wandgemälde, eine Kopie der Rokokokunst, soll demnächst die Speisesäle zieren.
Noch gibt es diese Kopie aber gar nicht, sondern nur das Original, und das muss naturellement am Orte bleiben. Zum Glück für die heutigen Bauhandwerker fand sich in der Residenz dann aber doch ein recht neuer und gut erhaltener Wandschirm, der die Heirat Barbarossas vom Kaisersaal hinab abkonterfeit. Während der Restauration des Meisterwerks diente dieses ein Dutzend Quadratmeter und mehr messende Bild dazu, die Besucher, die zum Bestaunen des gantzen Schlosses gekommen waren, zu trösten. Eben dieses farbige Tuch ward unseren Bauherren ausgeliehen.
Studieren lässt sich auf dem Kunstwerk nicht nur die Perspektive des Saales, sondern auch, dass das Heiraten doch eine recht ernsthafte Angelegenheit darstellt. Und dass sein Urheber sich in venezianischer Heiterkeit über just diesen Ernst doch ein wenig arg augenzwinkernd erhaben dünkt.
Daher ich meinen Herren Barthelmes und Berghammer empfehle, ein ander Motiv zur Schmückung des Schmausehauses zu wählen. Den Appetit anregender sollte es an der Stirnwand zugehen
. Mein Liebling ziert ja das Schlosstreppenhaus – die schöne Korbträgerin
rät an der allerbestens informierete und dem beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin seine Grüsz biss zum nächsten Mahle entbietende

Schlagworte: Hochzeit, residenz, Residenz-Gaststätten, Tiepolos, würzburg
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22. August im Jahre des Herrn 2010
Das habe ich schnell bemerkt, dass es keine Knechte und Mägde mehr in den Wirtshäusern gibt. Wie leicht hatten wir vor zweieinhalb Jahrhunderten genügend fleißige Hände bei der Hand, die frisches Wasser in die Hofküchen trugen, wo es auf einem Herd in Kesseln gewärmt wurde.Wer aber beschreibt mein Erstaunen, als jüngst Eisenschränke in die Residenz-Gaststätten gefahren wurden, so hoch, wie wenn ein ausgewachsener Mann dem andern auf die Schultern kletterte, und breiter als ein wuchtiger Athlet!
Die erste dieser Maschinen, erfuhr ich, sei der Heißwasserbereiter. Und die zweite? Nun, es werde nicht nur mit Wasser gekocht, sondern auch gekühlt. Das zweite, außen so baugleiche Aggregat beherbergt eine Vorrichtung zur Erkalten.
So es mir je in den Sinn kommt, klabauterhaft zu spuken und zu pölterern, so werde ich beide Geräte miteinander verbinden: Fließt Zimmertemperatur rein – fließt Zimmertemperatur raus: ein Wunderwerk der Technik, ersinnt der allerbestens informierete und dem beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin seine Grüsz biss zum nächsten Mahle entbietende

Schlagworte: Farben, Gastronomie, Nightlife, Residenz-Gaststätten, Umbau, würzburg
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18. August im Jahre des Herrn 2010
Bei Hofe befleißigten wir uns bekanntlich außer dem kernigen Deutsch am ehesten der französischen Sprache und feierten das Fest als Fete. So verblüffte mich mein Schwager, als er nach seiner medizinischen Ausbildung auf den Aeskulap schwor und seinen Highlight ablegte.
Was kann man gut in Englisch ausdrücken!? Es wird das Catering zum Event beim Nightlife. Seit neuestem kann man so etwas guhgeln – und der Franzos kann weggehen, in die Kneipe, oder essengehen, fränkische und internationale Küche. Doch die Klügsten feiern ihre Hochzeit in Würzburg mit Wein.
Ach, Kinder, ich fühle mich ein bisserl durch den Fleischwolf gedreht. Ein Wortschwurbel ergriff
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Schlagworte: Residenz-Gaststätten, verwirrt, würzburg
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13. August im Jahre des Herrn 2010
Dieser Tage bereitet es ein besonderes Vergnügen, den künftigen Residenz-Gaststätten (diesem Würzburger Nightlife-Highlight in puncto Weinkultur und Event-Catering) einen Besuch abzustatten. Es stellte sich den Ausstattern dieser Gastro-Location (fürs Hochzeiten-Feiern und andere Feste und Feten) die Frage: rot oder blau?
Die Wände nach außen hin, zu Park und Parkplatz, ließen sich im Innenraum probehalber rasch in der fraglichen Farbe anstreichen. Allein, ein Einbau in der Saalmitten, der Aufzug neben der langen Theke, der fehlte noch. Um den endgültigen Eindruck jetzt schon herbei zu zaubern, scheute man keine Mühe: Holzverkleidungen wurden bis zu der vier Meter hohen Decke auferrichtet, nur um eine Simulation zu haben und dies Carree dann einfärben zu können. Und hinterher wieder abreißen.
Immerhin, so kam man auf die Lösung: ein tiefes Tintenblau und ein Rot (nüanziert zwischen dem Ziegel- und dem königlichen Sammet-Ton) – dies beides zusammen steht den Räumen am besten.
Trotz der dunklen Farben werden die Gasträume licht genug sein. Dafür sorgen nicht nur erfindungsreiche Lampen, sondern auch ein Fußboden aus schwarz poliertem Stein. Derselbe nemlich reflektiert gleichwie ein Spiegel und wird dereinst beleuchten den
allerbestens informiereten und dem beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin seine Grüsz biss zum nächsten Mahle entbietenden

Schlagworte: Farben, Gastronomie, Nightlife, Residenz-Gaststätten, Umbau, würzburg
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06. August im Jahre des Herrn 2010
Letzte Woche wollte ich wieder einmal so recht von Herzen klassisch spuken gehen und hatte mir dazu die Stelln ausersehen, welchselbige einem jeden Geist das Herz im Wamse höher schlagen lässt: den Dachboden der Residenz-Gaststätten. Ich sah mich schon vergnügt vor mir, wie ich mit langgezogenem Huuuhuuuu und vielen Visitezmatenten poltern würde.
Wer aber beschreibt meine Bestürzung, als ich sahe: Im gesambten Oberstübchen ist gar kein Platz mehr, um gespenstisch durch lange Gänge zu fegen! Alles stand voll mit riesenhaften Kanistern, ZinkBlech-Aufwölbungen und Spenglerarbeiten der artigsten Sorte. Hier ein Steuerschrank, dort eine Pumpmaschine, Kabel allüberall!
Und zwar sowohl der Boden direkt unterm First als auch die darunter liegenden Gesindestuben – alles ist nun voll gepackt und gespickt mit einer einzigen, gigantischen und eminent komplizierten Entlüftungsanlage.
Wenn ich einmal raten darf, was im Herbst in unserer Residenz’ Gaststätten wehen wird, dann sag ich eins: ein sauberes Lüftchen, von dem man in den Gassen der Barockstadt nicht zu träumen gewagt hätte.
Dies sagt voraus der stets allerbestens informierete und dem beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin seine Grüsz biss zum nächsten Mahle entbietende

Schlagworte: Geheimnis, residenz, Residenz-Gaststätten, würzburg
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06. Juli im Jahre des Herrn 2010

Ach, gar ruhig ist es geworden im Hofgarten zu Würzburg. Vorbei ists mit dem tollen Volke, vorbei ists mit Musik und Wein. So sehr ich nun die Ruh genieße, welche den gar herrlichen Garten nun umfängt, so vermiss ich doch das muntere Treiben auf dem Weinfest in der Abendstund.
Gelärmt wird nur noch im Gesandtenbau, in welchem sich tagein tagaus wackere Handwerker mühen, die Gaststätte in neuem Glanze zu errichten. Nun streife ich dort herum und werde euch fleißig berichten,
Solches verbürgt für gewiss
stets allerbestens informieret und dem beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin seine Grüsz biss zum nächsten Mahle entbietend

Schlagworte: abbau, ende, hofgarten, weinfest, würzburg
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03. Juli im Jahre des Herrn 2010
Nun nahm ich den gestrigen Abend zu Nutze um das Faszinosum des Mangels an der Damenkörper verhüllenden Tuchs weiter zu ergründen. Meinte ich erst, dass die Weber und Spinner die Stadt verlassen haben mögen, so war mein zweiter Gedanke, dass die Männer ihren Frauen kaum einen Gulden für Stoffe überließen.
Doch ich täuschete mich. Nicht nur, dass die heutigen Damen selbst für ihren Lebensunterhalte arbeiten müssen, es isset gar so, dass je weniger Meter des Stoffs verwendet werden, ein desto größeres Maß an Geld müsse die Frau dafür zahlen. Meiner Seel, wie hat sich die Welt seit Meister Balthasars Zeiten geändert.
Nicht also die armen Damen standen dicht gedränget am Brunnen im Hofgarten mit ihrem Cavaliere und ließen mich an einem Abend mehr jungfräuliche Haut sehen als weiland zu meinen gesamten Lebzeiten. Nein, es waren gutgestellte Bürgerinnen von Würzburg, wohlmöglich von edler Geburt. Des Tags allenthalben züchtig gekleidet ihrem Werk und Thun nachgehend, verwandeln sie sich des Abends in freizügige und schöne Schwäne, ließen sich von dem Staube und der Hitz nicht stören und genossen bis spät in die Nacht gar manches Glas der fränkischen Träublein.
Noch weiß ich nicht ob ich dieser jüngsten Sitten verschreckt oder angezogen sein solle, aber seit gewiss — mehr gewisse denn je –, dass ich diesem Phänomene auf der Spur bleiben werde. Dafür verbürgt für gewiss
stets allerbestens informieret und dem beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin seine Grüsz biss zum nächsten Mahle entbietend Eur

Schlagworte: damen, hofgarten, residenz, weinfest, würzburg
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02. Juli im Jahre des Herrn 2010

Zum guten Trunke findet man auf dem Hofgarten-Weinfest auch vielerlei Gaumenkitzel. Die Residenz-Gaststätten ersannen ein Bewunderns-würdiges System, um all die verschiedene Speis mit Fleiß an die genießenden Massen zu bringen. So hat unsere neue Hofküche eigens schöne Reisezelte aufschlagen, alle in einer langen Reihe, und darinnen walten die Cavalier- und Ritterköche, Zehrgeber, Bratenmeister, Hausköch, Silberdiener und Zinnwarte – beziehungs Weise ihre heutigen Nachfahren.
Sie alle vertragen sich sehr gut mit den Zuckerbäckern, welche zu meiner Zeit neben der Hofküchen ein eigenes Amt gebildet. Das war nicht immer leicht für meine Persona, hier die Oberaufsicht über beedes, Hofküch wie Zuckerbackerey zu wahren.
Umso fröhlicher sehen wir die Backmeister der heutigen Zeit ihre süßen Kuchen fertigen. Am meisten ergötzt es mich, dass der Französische Pfann-Kuchen sich auch unter den Menschen des dritten Jahrtausends einer zungenschnalzenden Beliebtheit erfreut. Solches verbürgt für gewiss
stets allerbestens informieret und dem beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin seine Grüsz biss zum nächsten Mahle entbietend
Barthel Michaelis, Rokokoblogger
Schlagworte: Bratenmeister, Cavalierkoch und Ritterkoch, Hauskoch, hofgarten, hofschoppen, residenz, Silberdiener, weinfest, würzburg, Zehrgeber, Zinnwarte
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01. Juli im Jahre des Herrn 2010
Ich muss hier im kühlen Gewölbe der Altertumsforscher erst verschnaufen und mich wieder fassen. Ihr werdet meinen Herzschlag sogleich plausibel finden, wenn Ihr versteht: Es ist einige Jahrzehnt her, dass wir Küchen- und Kellermeister und -geister zum letzten Mahl reanimieret waren und dem Treiben des Hofgarten-Weinfests beigewohnt.
Seitdem aber scheinen sämtliche Spinner und Weber die Stadt verlassen zu haben! Soll ich diese meine Meinung demonstrieren, so sag ich nur: Es sind keine Tuche mehr für die Damen vorhanden!
Als ich mich heute im Licht der Abend-Sonne dem Fest näherte, da dacht ich zunächst, die schöne Diana sei aus ihrem Fresko des Gartensaals herab gestiegen und habe sich unter die Feiernden gemaischet. Erst als ich beim Bronnen angelangt, ward meinen Augen klar: Die jungen Damen, die hier mit ihren Cavalieren den guten Silvaner schlürften, waren gar nicht ganz nackt. Sondern nur fast.
Ich möchte nicht spekuliern, sondern werde die kommende Nacht nützen, um diesem Rätsel auf die Sprünge zu kommen. Sobald ich alle Problemata gelöset, bin ich
getreu zur Stelle beim beliebten Leser und der noch geliebteren Leserin und entbiete meine Grüsz biss zum nächsten Mahle Eur

Schlagworte: hofgarten-weinfest, residenz, würzburg
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